Männer
1. Dezember 2013
  • 14.Spieltag Landesklasse 2013/14

FSV Havelberg : Blau Weiß Neuenhofe 8:1 (4:0)

 

FSV schießt sich den Frust von der Seele

 

Havelberg. Nach der bitteren Auswärtsniederlage in Haldensleben stand am Samstag nun das letzte Heimspiel des Jahres für die Möbius&Co. auf dem Programm. Zu Gast im Havelberger Sportforum war der Tabellenzwölfte Blau Weiß Neuenhofe, eine Mannschaft, die bislang auswärts noch nicht wirklich etwas reißen konnte, aber zuletzt daheim Arnbeburg deutlich besiegte. Das Vorhaben, sich die drei verlorenen Punkte wieder zu holen, war so vom Papier her sicher kein leichtes Unterfangen, aber der FSV hatte sich den Dreier fest auf die Fahnen geschrieben.

Mit von der Partie waren vor 65 Zuschauern diesmal wieder Thoralf Gennermann und Markus Bröker, die zuletzt schmerzlich vermißt wurden. Für den arbeitsbedingt verhinderten Toni Leppin sprang Kevin Hochmüller als Innenverteidiger in die Bresche. Kapitän Steven Möbius wurde von Trainer Gerd Marx auf die Zehnerposition beordert, um mehr Einfluß auf das Spiel der Domstädter haben zu können. Das Sturmduo bildeten so Domenico Schluricke und Markus Bröker, die unterstützt von den beiden Außen Benjamin Döring und Markus Nowak ihren Job schließlich mehr als nur ordentlich machten. Allein fünf der acht Tore beim zweiten Kantersieg der Domstädter gingen auf ihr Konto. Der FSV hatte die richtige Antwort parat gehabt.

 

In der Anfangsphase entpuppte sich der Gast aus Neuenhofe durchaus als der erwartet schwere Gegner. Zudem schien der FSV die letzte Pleite auch noch nicht ganz aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Auf jeden Fall brauchte es eine Weile, ehe Havelberg das Zepter in die Hand bekam. Nach vier Spielminuten hatte Mario Gieseler nicht konsequent genug eingegriffen und Herper im FSV Tor mußte ein erstes Mal per Fusabwehr klärend eingreifen. Zwei Minuten später kamen die energisch angreifenden Gäste nach einem Mißverständnis zwischen Hochmüller und Gieseler bereits zu ihrer zweiten Möglichkeit, die aber im Toraus landete.

Erst nach zehn Minuten kam so langsam auch Havelbergs Offensive zum laufen. Thoralf Gennermann hatte den Ball lang nach vorn geschlagen. Bröker setzte den Gästekeeper unter Druck und so kam Nowak an den Ball, der quer vor das Tor spielte. Die hektische Abwehr der Neuenhofer brachte dann Döring in Ballbesitz, der abzog und einen ersten Eckstoß heraus holte (11.). Auch bei der nächsten Aktion zeigte der FSV gutes Kombinationsspiel. Bröker hatte Sturmpartner Schluricke eingesetzt, der mit der rechten Picke Gladow im Gästetor noch nicht überwinden konnte. Die folgende Ecke brachte ihn aber erneut in Ballbesitz. Diesmal spielte er raus auf Döring, der zur Grundlinie zog, quer legte und Markus Bröker fand - 1:0 (13.). 

Neuenhofe ließ sich davon noch nicht sonderlich beeindrucken. Havelberg hatte in der Defensive nach wie vor alle Hände voll zu tun. Vorallem die vielen Rückpässe ließen die Zuschauer auf den Rängen immer wieder die Luft anhalten. Erst nach zwanzig Minuten stimmte die Richtung. Nach einem guten Zuspiel von Gennermann prüfte Markus Nowak den Keeper der Neuenhofer mit einem strammen Schuß. Zwei Minuten später hatte Möbius Benjamin Döring geschickt. Der setzte Bröker ein, dessen Schuß Keeper Gladow zur nächsten Ecke abwehren konnte (22.). Die brachte dann gleich zweimal David Stamer in Schußposition, aber Havelbergs agiler Linksverteidiger blieb hier beide Male zu zögerlich (24.). Eine zweite Inkonsequenz in Havelbergs Innenverteidigung zwang dann in der 26.Minute Herper zu einer erneuten Rettungstat. Im Gegenzug war nun aber jeder menge Platz, den der FSV zu nutzen wußte. Benjamin Döring hatte sich gut über links durchgesetzt, auf Domenico Schluricke gespielt und der ließ Gladow keine Chance - 2:0 (27.). 

Eine Zeigerumdrehung später traf Markus Bröker nur den Torpfosten (28.) und nun konterte der Gast. Mit einem langen Ball wurden die beiden wieselflinken Angreifer gesucht, aber Markus Herper hatte mitgespielt und war rechtszeitig aus seinem Kasten gelaufen (29.). Ein Freistoß der Gäste war dann der Ausgangspunkt für Havelbergs dritten Treffer. Gieseler hatte sauber geklärt und nun ging es wieder blitzschnell. Daniel Rateitschak, der auch heute wieder mit einer bärenstarken Leistung aufwartete, hatte über rechts angeschoben und auf Bröker gespielt. Der legte Sturmpartner Domenico Schluricke auf und es stand 3:0 (33.). Der FSV hatte nun gänzlich die Oberhand in diesem Spiel. In der 38.Minute hatte der nur so vor Spielfreude sprühende Markus Bröker den Gästekeeper unter Druck gesetzt, den den Ball dann genau vor die Füße von Markus Nowak spielte. Leider gelang es dem Doppeltorschützen der Vorwoche nicht, aus 30 Metern das leere Tor zu treffen. Im Gegenzug mußte dann auch nochmal Thoralf Gennermann auf Kosten einer gelben Karte klärend eingreifen. Der folgende Freistoß wurde jedoch erneut zum Bumerang für die Gäste. Schluricke hatte diesmal Benjamin Döring eingesetzt, der vertendelte aber den Ball als er wieder nach außen zog (40.). In der 42.Minute hatte Bröker gut vor das Tor geflankt und den jetzt immer offensiver werdenen Gennermann gefunden. Der Kopfball ging denkbar knapp am langen Pfosten vorbei. Havelbergs Powerplay ging aber weiter. In der 43.Minute war Bröker etwas zu eigensinnig als er den knochenfreien Schluricke übersah und selbst zu schwach abgezogen hatte. In der 44.Minute blieb dann Schluricke mit einem strammen Schuß gegen Gladow nur zweiter Sieger, doch in der letzten Aktion der ersten Spielhälfte machte das Sturmduo alles richtig. Schluricke spielte Markus Bröker frei und der markierte den 4:0 Halbzeitstand (45.)

 

Trotz der deutlichen Führung mußte der FSV auf der Hut sein. Neuenhofe kam mit Spielertrainer Hollweg mit hochgekrempelten Ärmeln aus der Kabine. Zehn Minuten passierte jedoch nichts erwähnenswertes auf dem Platz. Dann hatte Bröker Markus Nowak geschickt, aber der stand nach Ansicht des Assistenten im Abseits. Den folgenden Freistoß, der lang in Richtung FSV Strafraum geschlagen wurde, unterschätzte Hochmüller und so mußte nun auch Herper sein Können unter Beweis stellen (56.). Im Gegenzug der jetzt wieder sehr intensiven Landesklassepartie versuchte es Markus Bröker nach herrlicher Flanke von Daniel Rateitschak mit einem Rückfallzieher. Der mißlang aber (57.). Im folgenden Anlauf ging es konservativ deutlich erfolgreicher. Schluricke hatte Markus Nowak geschickt, der setzte schließlich Markus Bröker ein, der den Ball dann unbedrängt ins Tor tragen konnte - 5:0 (60.). 

Vom Anstoß weg gelang es den Gästen dann ein erstes Mal, sich durch Havelbergs Abwehr zu kombinieren. Auch die Flanke vor das Tor wurde nicht unterbunden und schließlich hielt lediglich die Querlatte den Ball auf, bevor er im FSV Tor landete (61.). Kurz darauf glänzte aber der FSV wieder im Vorwärtsgang. Bröker hatte mit einem langen Ball das Spiel auf die andere Seite verlagert. Dort kam dann Benjamin Döring in Ballbesitz, zog nach innen und schloß mit einem Pfund ab. Unhaltbar für Keeper Gladow schlug der Ball zum 6:0 ein (64.). Dass sich die Gäste trotz des jetzt doch uneinholbaren Vorsprungs nicht aufgaben, zeigte der gute Freitstoß in der 67.Spielminute, der Herper zu einer Glanzparade zwang. Im Gegenzug hatte dann Bröker David Stamer steil geschickt. Der legte quer auf den mitgelaufenden Schluricke, aber der verzieht brutal. Als dann Schluricke wenig später erneut Strumpartner Markus Bröker einsetzte, machte der das Ganze einen Tick zu lässig und die Fünfsternechance zum 7:0 war dahin (70.).

In der 72.Minute wollte es dann Thoralf Gennermann wissen. Mit einem tollen Solo tankte er sich in den Gästestrafraum und zog unhaltbar ab - 7:0. Aber auch das ließ die Bemühungen der nun sichtlich überforderten Neuenhofer nicht erlahmen. Vom Anstoß weg unterschätzt Havelbergs Abwehr einen langen Ball in die Spitze und Herper konnte gerade noch zur Ecke klären. Neuenhofe schaffte auf der anderen Seite so natürlich immer wieder viel Raum für Havelbergs torhungrige Offensivabteilung. Schluricke konnte in der 75.Minute nur noch per Foul gestoppt werden. Der Freistoß von Bröker ging jedoch nur über das Tor. Mit einer herrlichen Kombination wurde dann aber Neuenhofes Abwehr ein weiteres mal regelrecht ausgehebelt. Bröker hatte Gennermann geschickt, der leget das Spielgerät quer, Schluricke und Nowak lassen es passieren und am Ende stand der eingewechselte Sven Leppin vor dem leeren Tor - 8:0 (76.).

In der letzten Viertelstunde ließen es die Havelberger dann etwas gemächlicher angehen. Eine Ecke der Gäste hätte in der 78.Minute beinahe den Ehrentreffer gebracht. Der sollte nur drei Minuten später trotzdem fallen. Einen eher harmlosen Schuß aus 25 Metern ließ Herper unter sich hindruch rutschen - 8:1 (81.). In der Folge passierte dann aber wirklich nichts mehr. Lediglich der eingewechselte Thoams Dreisow hatte nach einer guten Kombination über Bröker und Gennermann noch die Chance, zu erhöhen, aber der Ball landete in den Wolken und so hatte denn der Gast das letzte Wort behalten. Überpünktlich pfiff der gute Schiedsrichter Lorenzat aus Genthin die Partie dann ab.

 

Mit dem zweiten Kantersieg der Saison, der auch in der Höhe absolut in Ordnung geht, hat der FSV nun 20 Punkte auf dem Konto, die für die Rückrunde einiges möglich machen sollten. Nächste Woche geht es ohne Druck zum Tabellenführer aus Gardelegen. Mal sehen, was da noch zu holen sein wird. Die Trauben hängen dort natürlich höher.