Männer
17. November 2013
  • 7.Spieltag Landesklasse 2013/14 vom FSV nachgeholt

VfL Kalbe : FSV Havelberg 1:9 (0:5)

 

Havelberger landen Kantersieg

 

Kalbe. Am Samstag stand für den FSV Havelberg das Nachholspiel des 7.Spieltages bei Mitaufsteiger VfL Kalbe auf der Agenda. Trainer Gerd Marx konnte dabei fast auf den kompletten Spielerkader zurück greifen. Lediglich Thomas Dreisow fehlte arbeitsbedingt aus dem aktuell spielfähigen Aufgebot. Ein Grund mehr also, nur den Dreier auf dem Zettel zu haben.

Vor allem ging es darum, die schon 557 Minuten währende Sturmflaute der FSV Offensivabteilung, die in den letzten drei KOL Spielzeiten immer für weit mehr als 100 Tore verantwortlich zeichnete, endlich zu beenden. Sturmführer Steven Möbius war es zuletzt als Doppelspitze im Spiel gegen Tangerhütte vergönnt, einen Treffer beizusteuern und so wurde taktisch nun auch in Kalbe erstmals wieder auf eine Doppelspitze gesetzt.

Schließlich ging die Rechnung der Havelberger auf. Mehr noch - mit sechs Stürmertoren beim 9:1 Kantersieg wurden sogar alle Erwartungen weit übertroffen.

 

Der FSV begann sofort sehr zielstrebig nach vorn zu spielen, wobei sich besonders Thoralf Gennermann und Markus Nowak als extrem starke Antreiber entpuppten. Letzterer hatte schon nach zwei Spielminuten das Ganze vehement über die rechte Seite angeschoben und selbst den Abschluß gesucht. Der Klärungsversuch landete schließlich genau vor die Füße von Nowak und im zweiten Anlauf landete das Spielgerät zum frühen 0:1 im VfL Tor (2.).

Keine Zeigerumdrehung später hatte Rechtsverteidiger Daniel Rateitschak das Leder schon wieder erobert, auf Toni Liebsch gespielt, der dann mit einem klugen Pass Kapitän Steven Möbius fand. Der blieb gegen den vehement heraus stürmenden Dietzsch aber nur zweiter Sieger (3.). In der 5.Minute hatte sich der FSV mit Döring, Stamer und Bröker stark durch die VfL Reihen kombiniert. Am Ende konnte Markus Bröker nur durch ein Foul im Strafraum gebremst werden, aber der  Elfmeterpfiff blieb aus und das sollte nicht das letzte Mal passiert sein. Unbeeindruckt spielten die Havelberger weiter nach vorn. Nach neun Minuten hatte sich Benjamin Döring in Schußposition gebracht, aber sein harter Schuß wurde schließlich doch noch abgeblockt. In der 11.Minute war Bröker erneut gefoult worden, diesmal aber außerhalb des Sechszehners. David Stamer legte sich den Ball zurecht, hatte auch eine gute Idee, wurde aber von Schir Görges zurück gepfiffen und mit gelb verwarnt. Aber auch das brachte den FSV nicht aus dem Konzept. Nach 13 Minuten war schließlich auch bei Steven Möbius der Bann gebrochen. Nowak hatte wieder über rechts angeschoben und auf das VfL Tor gezielt und Havelbergs Sturmführer bugsierte schließlich das Leder mit starkem Körpereinsatz über die Torlinie - 0:2 (13.). 

Vom Anstoß weg kam dann der VfL per Freistoß ein erstes Mal in Schußposition. Da ware schon eine gute Viertelstunde herum. Der Ball landete dabei jedoch weit im Toraus. Markus Herper im FSV Tor brauchte nicht einzugreifen, leitete aber schnell den Gegenstoß ein, indem er Mario Gieseler einsetzte, der sofort steil auf Markus Bröker spielte. Leider brachte "Brassen" das Leder nicht unter Kontrolle. Die Abseitsfahne war unten geblieben und er stand allein vor Keeper Dietzsch (17.). Wenig später stand Bröker abermals im Fokus, als er eine maßgerechte Hereingabe von Döring lediglich mit einem Schuß über das VfL Tor abschließen konnte (19.).

Kalbe fand gegen die Offensivpower der Domstädter keine Mittel. In der 20.Spielminute setzte selbst Rateitschak nach Zuspiel von Gennermann zu einem Solo an, zeigte jedoch, dass ihm das Stürmergen dann doch fehlte. Zumindest sprang aber eine Ecke heraus und die brachte Benjamin Döring diesmal mustergültig vor das Tor und Thoralf Gennermann köpfte das Leder zum 3:0 in die Maschen. Dass sich der VfL trotz allem noch nicht ganz aufgegeben hatte, zeigten die folgenden Minuten. Zunächst ging ein Schuß nach langem Einwurf noch weit am FSV Tor vorbei (23.), dann mußte aber auch Herper bei einem Freistoß aus 20m ein erstes Mal zupacken (24.). Beim schnellen Gegenzug landete der Ball nun erneut bei Markus Bröker, der allein vor Keeper Dietzsch diesmal einen herrlichen Lupfer auspackte und so das 4:0 markieren konnte (25.). Beim scheinbar hilflosen Gastgeber wurde die Gangart nun etwas ruppiger. In der 28.Minute hatte sich Toni Liebsch beherzt durchgetankt und wurde schließlich im Strafraum von den Beinen geholt - Strafstoß. Benjamin Döring legte sich das Spielgerät zurecht und traf souverän ins rechte untere Eck - 0:5. Nach 569 Minuten war nun also auch Dörings Trefferflaute Geschichte.

Der Drops war gelutscht und nun leistete sich der FSV einige Unkonzentriertheiten. In der 30.Minute war Havelbergs ansonsten absolut stabile und konsequente Abwehr einmal nicht konsequent und Herper bekam zu tun. Dann ein Leichtsinnszuspiel vom ansonsten auch bärenstarken Gieseler. Havelbergs Abwehr war hier offen, wie ein Scheunentor, aber Keeper Markus Herper rettete die Situation mit einer tollen Parade (31.). Die folgenden Versuche der Havelberger wurden dann auch nicht mehr so zielstrebig zu Ende gebracht. In der 32.Minute zielte Döring nach herrlichem Zuspiel von Gennermann nur am langen Pfosten vorbei. Dann hatte Mario Gieseler mit einem langen Ball Bröker in Szene gesetzt, der scheiterte jedoch diesmal an Dietzsch (35.). Und auch der etwas überhastete Versuch von Toni Liebsch (36.) brachte lediglich einen Eckstoß ein. In der 38.Minute hatte dann Schiri Görges im FSV Strafraum auf den Punkt gezeigt. Gieseler hatte vermeintlich ein Foul begangen, aber nach dem Motto "Gerechtigkeit kommt wieder" hielt Markus Herper diesen Strafstoß klasse und die Null stand weiter.

Die Havelberger Nachlässigkeiten oder besser Lässigkeiten nahmen jedoch kein Ende. In der 40.Minute war Bröker wieder frei vor Dietzsch aufgetaucht und versuchte es erneut mit einem Lupfer. Diesmal scheiterte er jedoch und dabei wäre Steven Möbius vor dem leeren Tor anspielbar gewesen. In der 44.Minute hatten sich Döring, Stamer und Bröker, die im übrigen sehr gut miteinander harmonierten, einmal mehr gut durch die VfL Reihen kombiniert. Döring hatte schließlich Bröker geschickt, der dann im Strafraum gefällt wurde. Aber anstatt Strafstoß gab es Freistoß für den VfL wegen Abseits, was den Havelberger Trainer zu einer lustig gemeinten Aussage hinsichtlich des wohl frierenden Assistenten animierte. Gut gelaunt ging es in die Pause.

 

Der FSV kam zur zweiten Halbzeit mit dem Ziel auf den schweren Platz, weiter nachzulegen. Das gelang aber nicht sofort. In der 48.Minute hatte sich einmal mehr Daniel Rateitschak ein Herz gefasst, war schließlich allein auf und davon, aber auch hier bewies Havelbergs Abwehrmann wenig Stürmerblut und schoß den Ball viel zu früh ab und so wurde er eine sichere Beute für Dietzsch im VfL Tor. Havelberg sah sich jetzt zudem mit immer mehr Nickeligkeiten der Gastgeber konfrontiert, was den Spielfluß nicht unerheblich beeinflußte. Auch die Abschlüsse von Gennermann (53.) und Döring (54.) gerieten zu schwach. Eher weil es sich anbot, wurde dann in der 55.Spielminute gewechselt. Für Steven Möbius kam Domenico Schluricke und für David Stamer Sven Leppin in die Partie. Markus Bröker mußte den "Frosch" schlucken und fortan als Linksverteidiger agieren, was ihm sichtlich nicht schmeckte. Trotzdem nahm das FVS Spiel nun wieder etwas an Fahrt auf. An den folgenden guten Angriffen waren auch gleich die beiden Neuen beteilgt. In der 58.Minute blieb der VfL Keeper Sieger gegen Schluricke. Dann hatte Sven Leppin auf Schluricke zurück gelegt, aber auch hier war Havelbergs Angreifer noch nicht mit dem nötigen Glück im Bunde (64.). Nachdem dann auch noch einmal Kalbe das Tor von Herper per Freistoß anvisiert hatte und den FSV Keeper auf dem Posten fand (68.), schlug schließlich auch die Stunde von Domenico Schluricke. Nach einem sehr guten Zuspiel von Gennermann markierte er in der 70.Minute das 6:0 für den FSV.

Keine zwei Zeigerumdrehungen später dezimierten sich die Gastgeber dann auch noch selbst. Nach einem groben Foul an Gennermann sah Bannier glatt rot (72.). In Überzahl wurde die Partie nun noch einseitiger. In der 74.Minute scheiterten noch Nowak und im zweiten Versuch auch Döring an der vielbeinigen Abwehr der Gastgeber. Dann legte sich Thoralf Gennermann 25m vor dem Tor das Leder zum Freistoß zurecht, dass dann noch etwas abgefälscht zum 7:0 im VfL Tor landete (75.). In der 80.Minute machte es Havelberg dann etwas zu kompliziert und lud den Mitaufsteiger zu einem Konter ein. Ob es Bröker nun wollte oder nicht, er hatten seinen Gegenspieler völlig unnötig strafstoßreif gefoult und nun ließ es sich Thormann nicht nehmen, vom Punkt den Ehrentreffer für die Heimelf zu markieren - 1:7 (81.). Herper war hier ohne Chance. 

Auf der anderen Seite hielt dann der VfL Keeper einen strammen Schuß von Markus Nowak schon fast sensationell (86.). Gegen den Schuß von Thoralf Gennermann nach herrlichem Zuspiel vom gerade eingewechselten Kevin Hochmüller sah er dann aber wieder alt aus - 8:1. Natürlich war die Partie längst entschieden und im Grunde sehnte sich inzwischen jeder bei naßkaltem Wetter nach der warmen Kabine, da packte Bejamin Döring noch ein richtiges Schmankerl aus. Von der Mittellinie aus schoß er den Ball über den weit vor seinem Kasten stehenden Dietzsch zum 9:1 ins Tor. Das setzte der guten Leistung der Havelberger am Ende die Krone auf.

 

Einen bitteren Beigeschmack bekam das Ganze dann aber doch noch, als bekannt wurde, dass Liesten gegen das 0:0 vor einigen Wochen Protest eingelegt hatte und das Sportgericht diesem Einspruch Recht gab. Den Punkt müssen sich die Domstädter nun wohl abschminken, aber da der Bann bei Havelbergs Angriff nun als gebrochen gilt, heißt es, optimistisch nach vorn zu blicken.