Frauen
12. Dezember 2020
  • FSV-Fussballerin Janett Petermann im Volksstimme-Interview

Wenn es um Fußball geht im Landkreis Stendal, stehen eher die Herren im Vordergrund. Doch auch einige Frauen jagen dem runden Leder nach. Eine von ihnen ist Janett Petermann.

 

(Uwe Meyer) Viele kennen die Klietzerin noch unter den Namen Janett Kleinod. Fußball zu spielen hat Janett Petermann mit acht Jahren auf einem Bolzplatz in Schönfeld (bei Havelberg) begonnen. „Wir wollten ursprünglich eine Mädchenmannschaft gründen. Doch sechs bis acht Mädels waren einfach zu wenig. So habe ich bis zu den D-Junioren in Klietz mitgespielt“, äußerte sich Petermann.

 

In Ostelbien gab es danach noch keine Frauenmann­schaft, so dass es einige Jahre eine Fußballpause gab. Durch Judith Liban kam Janett Petermann schließlich 2009 zum neugegründeten Team vom FSV Havelberg.

Mit den Domstädterinnen gab es auch die ersten Punktspiele. „Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Spiel in Langenapel. Ich durfte als Kapitän meines Teams auflaufen und schoss gleich zwei Tore“, berichtete die sonst eher zurückhaltende Petermann.

 

An ein weiteres Match aus der damaligen Zeit hat die 31-jährige noch gute Erinnerungen: „Wir haben gegen das Team der dicken Bäuche von Radio SAW gekickt. In der letzten Minute bekamen wir noch einen Elfmeter, den ich zum Ausgleich verwandelt habe.”

Mit den Damen vom FSV Havelberg blieben zwar die großen Erfolge aus, aber eine Sache begeistert die Mutter einer Tochter immer noch. „Es entwickelten sich währenddessen echte Freundschaften, die noch bis heute halten“

Im Jahr 2013 veränderte sich Janett Petermann fußballerisch, um sich auch weiter zu entwickeln. Es gab den Wechsel zu Rot-Weiß Arneburg. Der Wechsel ging ohne großes Rumoren über die Bühne.

 

„Unter Kirsten Matschkus habe ich nicht nur an Fitness und Ausdauer zugelegt, sondern bekam wichtige Werte wie Ehrgeiz und Kampfgeist mit auf den Weg", so Petermann. Das half Janett Petermann auch sich von einem schweren Rückschlag zu erholen. Im ersten Ruckrundenspiel 2014 brach sich die damalige Kickerin von Rot-Weiß Arneburg das Schien- und Wadenbein. „Rückblickend kann ich sagen, dass ich mich vor der Verletzung wahrscheinlich in der Höchstform meiner Karriere befand, denn in der Vorbereitung der Rückrunde schoss ich acht Tore in zwei Spielen.“

Während der Verletzung wechselte die komplette Mannschaft von Arneburg zum Möringer SV. Aus dieser Zeit hat Petermann noch eine gute Erinnerung: „Vor großer heimischer Kulisse von über 100 Zuschauern verwandelte ich einen Eckball von Nina Thieß per Direktabnahme ins linke untere Eck.“

 

Seit 2017 ist Janett Petermann verheiratet mit Ehemann Raik. Ein Jahr später kam ihre Tochter zur Welt und der Fußball rückte etwas in den Hintergrund. Nun kickt Janett Petermann wieder für ihren alten Verein FSV Havelberg. Die Domstädterinnen spielen in der Kleinfeld-Liga Prignitz Ruppin. Trainer ist jetzt Rico Schröder.

Im Wettbewerb im benachbarten Bundesland Brandenburg läuft es für den FSV sehr gut. In fünf Spielen (Meisterschaft und Pokal) gab es bisher fünf Siege für die Mannschaft. Das bedeutet momentan den dritten Rang in der Tabelle.

Auch wenn der Fußball nicht mehr die erste Geige spielt, würde Janett Petermann bald und gerne wieder auf den grünen Rasen zurückkehren. Doch da ist sicher noch etwas Geduld gefragt.

 

Steckbrief

  • Janett Petermann geborene Kleinod
  • Ursprünglich Schönfelderin bei Havelberg
  • 31 Jahre alt
  • Seit 2017 verheiratet mit Ehemann Raik
  • Eine Tochter Nelia (2 Jahre)
  • Wohnort Klietz
  • ABI 2007
  • Ab 2007 Geografie-Studium in Halle
  • Seit 2014 Sachbearbeiterin beim Landratsamt Stendal
  • Fußball spielen mit acht Jahren auf dem Bolzplatz in Schönfeld begonnen
  • bis D-Junioren bei Germania Klietz
  • 2009-2013 Frauen FSV Havelberg
  • 2013 bis 2015 Rot-Weiß Arneburg
  • 2015 bis 2018 Möringer SV seit 2018 FSV Havelberg

 

Quelle: Volksstimme

 

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