Männer
10. Oktober 2011
  • 15.Spieltag Kreisoberliga Altmark Ost

Rossauer SV – FSV Havelberg 1:7 (1:4)

Havelberg (rd). Am vergangen Wochenende stand für den FSV das einzigste Sonntagsspiel der Saison auf dem Plan, was den Havelbergern zumindest eine (erstmals) sehr dünn besetzte Reservebank bescherte. Die Reise ging zum bekannt sehr robust auftretenden Rossauer SV, der mit nur zwei Punkten Rückstand auf den FSV den 9.Tabellenplatz inne hatte und bei einem eigenen sicher angestrebten Dreier an den Havelbergern vorbei gezogen wäre. Aber die Domstädter hatten die passende Antwort auf diese prikäre Situation parat.

Erstmals wieder mit zwei Spitzen agierend, wollte man dem Gastgeber mit viel Druck nach vorn schnell jedweden Schneid abkaufen, was dann auch sichtlich gelang. Am Ende stand ein nie gefährdeter 7:1 Kantersieg zu Buche.

Die Anfangsphase gestaltete sich noch etwas zäh. Die Rossauer unterbanden mit sehr viel Körpereinsatz den Havelberger Spielfluß, warfen sich geradezu in jeden Pass oder Schuß aufs Tor. So kam lediglich ein Schuß von Thomas Dreisow nach drei Minuten in Richtung RSV Tor durch, aber auch weit an diesem vorbei. Nach acht Minuten mußte auf der anderen Seite der sehr souverän agierende Havelberger Abwehrchef Mario Gieseler vehement zur Ecke klären, die dann um Haaresbreite gar den Rückstand bedeutete hätte. Ein Kopfball strich knapp über das Tor von Mathias Bauz.
Dann sollte sich Havelbergs offensive Grundausrichtung aber schon schnell bezahlt machen. Kapitän Steven Möbius, der viel befreiter aufspielte, hatte am linken Flügel den Ball behauptet und auf Toni Leppin gespielt. Havelbergs neuer "Zehner" machte nicht nur in der folgenden Szene einen bärenstarken Eindruck - er steckte klasse auf Markus Bröker durch, der Roger im RSV Tor keine Chance ließ - 1:0 (11.).
Schon in dieser Phase machte der RSV einen eher hilflosen Eindruck, hatte dem druckvollen Spiel der Havelberger kaum etwas entgegen zu setzen. Toni Leppin versuchte sich dann selbst im Toreschießen, was aber heute nicht gelingen sollte. Zunächst ging sein Schuß nach herrlichem Zuspiel von Möbius nur über das Tor (13.), dann knapp daneben (14.). In der 16.Minute avancierte er aber wieder zum Vorlagengeber. Seine Flanke von der rechten Seite fand Steven Möbius und der nahm die Kugel direkt - 2:0.
Dann war sich der FSV ein erstes Mal zu sicher und bekam prompt die Quittung. Nachdem Ebel sich überlaufen ließ und Sven Leppin die Hereingabe nicht konsquent klären konnte, gab es in der Folge einen Freistoß für Rossau. Daniel Rathmann versenkte die Kugel direkt und der RSV war wieder dran - 2:1 (20.). Doch die Havelberger antworteten sofort. Wieder war Toni Leppin der Vorbereiter und diesmal nahm Markus Bröker sein Zuspiel direkt und auch hier hatte Roger nicht den Hauch einer Abwehrchance - 3:1 (22.).
Als Thomas Dreisow nur eine Minute später gar auf 4:1 erhöhen konnte, war der Drops eigentlich gelutscht, Möbius war zunächst gescheitert, dann zog Havelbergs Antreiber aus 16m trocken ab, aber dann ließ der FSV einmal mehr die Zügel schleifen. Lässigkeiten machten die eigentlich schon desillusionierten Gastgeber wieder heiß und auch wenn es bis zum Pausenpfiff nur noch Möglichkeiten für den FSV gab (33.Möbius, 41.Rollenhagen), waren mahnende Wort in der Kabine angebracht.

Die schienen jedoch nicht gefruchtet zu haben. In der 46.Minute mußte Bauz einen Rossauer Hochkaräter abwehren, dann ging ein Schuß des RSV knapp über das Tor (48.). Eine im Grunde einseitige Partie drohte zu kippen, aber der FSV besann sich schnell wieder.
Nachdem Bröker einen guten Pass von Dreisow um die berühmte Fußspitze verpasst hatte, war es der mit einer sehr ordentlichen Leistung aufwartende Maik Rollenhagen, dem kurz vor dem Ziel der Mut verließ. Statt abzuziehen legte er quer, aber kein Mitspieler war da (51.). Nachdem dann Markus Bröker per Kopfball noch knapp verzogen hatte (52.), netzte er nur eine Minute später zum nunmehr dritten Mal - 5:1. Keeper Bauz hatte ihn mit einem langen Abschlag auf die Reise geschickt und mit einem Lupfer ließ er Roger wieder alt aussehen (53.).
Der Sekundenzeiger hatte keine neue Umdrehung gemacht, da stand es auch schon 6:1. Diesmal hatte Markus Bröker seinen Kapitän Steven Möbius herrlich aufgelegt und auch der ließ sich die Chance nicht nehmen (54.).
Nach einer Ecke und einem krassen Fehler des RSV Keepers war in der 56.Minute das Tor parktisch leer, aber kein FSV Akteur zur Stelle. Havelberg nahm sich die nächste Auszeit und in der Folge mußte auch wieder Bauz klärend eingreifen (63.,64.). Nach einer weiteren Lässigkeit diesmal von Dreisow wollte Gieseler keine Karte riskieren und ließ seinen Gegenspieler ziehen. Der Pfosten rettete vor dem völlig unnötigen zweiten Gegentreffer (66.).
Dann sollte trotzdem noch die Stunde von Havelbergs aktuellen Torjäger folgen. Zunächst versagten Sven Leppin nach herrlichem Querpass von Rollenhagen vor dem leeren Tor noch die Nerven (72.), aber in der 74.Minute zog er aus gut 16m trocken ab und der Ball zappelte zum 7:1 im Netz.

Im Schlußgang wechselte der FSV mit Nowak und Schluricke noch zwei frische Kräfte ein, aber trotzdem ließ es der FSV jetzt wieder um einiges ruhiger angehen. Der RSV blieb trotz allem weiter um Ergebniskosmetik bemüht und hatte auch noch zwei Gelegenheiten, fand aber Bauz weiter auf dem Posten. In der 89.Minute gelang den Havelbergern über Schluricke und S.Leppin nochmal ein gelungener Angriffszug, der aber in einen letzten Konter der Gastgeber mündete. Dann pfiff Schiri Kleine die Partie pünktlich ab.

Der Sieg ist sicherlich hochverdient, hätte aber noch durchaus höher ausfallen müssen, wenn der FSV über die gesamten neunzig Minuten zielstrebig agiert hätte. Nachlässigkeiten sind bei welchem Spielstand auch immer nie gut - gelegentlich fallen sie einem auch mal recht derbe auf die Füße.

FSV: Bauz - Rateitschak, Gieseler, Ebel - Gennerman, Dreisow - S.Leppin, T.Leppin (74.Nowak), Rollenhagen - Möbius, Bröker (74.Schluricke)

Gelber Karten: Fehlanzeige

Torfolge: 0:1 Bröker (11.), 0:2 Möbius (16.), 1:2 Rathmann (20.), 1:3 Bröker (22.), 1:4 Dreisow (23.), 1:5 Bröker (53.) 1:6 Möbius (54.) 1:7 S.Leppin (74.)

Impressionen: