Männer
15. Dezember 2016
  • 14. Spieltag Landesklasse: FSV überrascht gegen Tabellenführer

FSV Havelberg – SSV Gardelegen 1:0 (0:0)

 

Havelberg (tl). Am 14. Spieltag der Landesklasse-Spielzeit empfing der gastgebende FSV im Havelberger Mühlenholz den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer vom SSV Gardelegen. In einem intensiven Spiel auf schwierigem Geläuf besaß der FSV nicht nur die besseren Chancen, sondern war auch insgesamt die bessere Mannschaft. Letztlich verdient konnte man kurz vor Abpfiff von Schiedsrichter Christoph Blasig durch Tor-Debütant Adrian Blümner den vielumjubelten Siegtreffer erzielen.

 

Vor dem Spiel konnte man von einer klaren Ausgangslage sprechen. Gardelegen reiste als unbesiegter Tabellenführer in die Domstadt. Mit nur sieben Gegentreffern stellte man die beste Defensive der Liga und in der Vorwoche gewann man gegen den Aufsteiger aus Beetzendorf klar mit 7:0. Beim FSV standen die Vorzeichen eher schlecht. Die schlechteste Defensive der Liga kassierte vor Wochenfrist erst vier Gegentore beim Rangdritten aus Salzwedel und hatte zudem noch die Ausfälle von Steven Kleinat (verletzt), Matthias Thiemann (verletzt), Wilhelm Schulz (Sperre) und David Stamer (Urlaub) zu beklagen. So rückte Mathias Bauz ins Tor und die Abwehr wurde zwangsweise umgebaut.

 

Diese Änderungen merkte man dem FSV nur in den ersten zehn Minuten des Spiels an, in denen sich der Gast aus Gardelegen zwei gute Tormöglichkeiten erspielte. Alle weiteren Angriffsversuche wurden von der vielbeinigen Havelberger Abwehr um Mario Gieseler und Kevin Hochmüller vereitelt. Nach den besagten anfänglichen Startschwierigkeiten zu Beginn der Partie kam der FSV immer besser ins Spiel. Nachdem ein Angriff über die rechte Seite vorgetragen wurde, kam Jürgen Betker in aussichtsreicher Position an den Ball. Anstatt den direkten Torabschluss zu suchen, umkurvte er noch einen Gegenspieler sodass der folgende Abschluss geblockt wurde. In der Folge stand der FSV hinten sicher und kompakt und ließ Gardelegen gewähren, doch der Gast konnte an diesem Tag nicht viel mit dem Ball anfangen. Meist waren lange Diagonalbälle auf die beiden Spitzen Stolle und Berlin die einzige Option. Da die Havelberger Abwehr aber dabei meist auf der Hut war, entstand hier wenig Torgefahr. Die nächste Chance hatte Toni Leppin nach einem Eckball von Benjamin Döring. Sein Kopfball ging nur knapp am rechten Torpfosten vorbei.

 

Mitte der ersten Halbzeit hätte man beim FSV gern einen Elfmeterpfiff gehört, doch Schiedsrichter Blasig entschied auf Freistoß an der Strafraumkante. Diesen schoss der zuvor gefoulte Markus Bröker selbst und zirkelte den Ball an die Querlatte. Nur kurze Zeit später war es ein Ballgewinn von Michael Seidel, der die wohl größte Tormöglichkeit der Havelberger einläutete. Den gewonnenen Ball chippte Toni Leppin in den Lauf von Bröker, der allein aufs Gardelegener Gehäuse zulief. Anstatt selbst den Torabschluss zu suchen, was hier die bessere Variante gewesen wäre, passte Bröker zum mitgelaufenen Sven Leppin. Da der Ball nur halbgar gespielt wurde, konnte die Gardelegener Abwehr erneut klären. Normalerweise rächt sich das Auslassen solcher Möglichkeiten, und gerade der FSV kennt sich damit nur zu gut aus, doch am heutigen Tag kam von den Gästen einfach zu wenig.

 

Mit der gleichen Ein- und Aufstellung wie zu Beginn ging der FSV in die zweite Halbzeit. Eindringliche Worte von FSV-Trainer Hagen Walther fanden gehör, denn man war vorbereitet auf einen Sturmlauf des SSV. Dieser blieb zum Glück aus. Die zweite Halbzeit bot nicht mehr so viel für die Zuschauer wie die erste. Lediglich 5:2 Torchancen für den FSV standen nach den zweiten 45 Minuten zu Buche. Man rieb sich nach Wiederanpfiff mehr und mehr in Zweikämpfen und Nickligkeiten auf. Ganze sechs Gelbe Karten verteilte Schiri Blasig im zweiten Durchgang. Mit zunehmender Spielzeit wurde es dann immer hitziger auf dem Spielfeld. Mario Gieseler und Clemens-Paul Berlin duellierten sich teilweise am Rande der Legalität (beide sahen die Gelbe Karte). Auf der anderen Seite folgte eine Rudelbildung, in der Mannschaftskapitän Markus Bröker mit der Faust niedergestreckt wurde – unbemerkt vom Schiedsrichtergespann.

 

Als alles mehr und mehr nach einem Remis aussah, weil niemand mehr den entscheidenden Fehler machen wollte, kam Gardelegen in der 85. Minute seinerseits zur größten Torchance. Michel Rosenberger kam über rechts und wurde kurz vor dem Strafraum angespielt. Sein Schuss ging jedoch knapp am zweiten Pfosten vorbei. Der FSV hatte am heutigen Tage dennoch eine Antwort parat und die war Gold wert. Jakob Swiderski eroberte sich kurz vor der Mittellinie den Ball und marschierte Richtung des gegnerischen Strafraums. Der eingewechselte Steven Möbius wurde im Strafraum angespielt, schirmte den Ball in Mittelstürmermanier ab, drehte sich ein und spielte einen scharfen und präzisen Ball in Richtung zweiter Pfosten. Dort kam Adrian Blümner angelaufen und schweißte den Ball mit links in die Maschen. Der Jubel beim FSV war riesig. In den letzten Zügen warf Gardelegen nochmals alles nach vorne und kam zu einem letzten Eckball. Dieser köpfte der eingewechselte Rico Gennermann aus der Gefahrenzone. Anschließend war das Spiel vorbei.

 

Der FSV konnte letztlich verdient drei Punkte in der Domstadt behalten. Mit einer mannschaftlich geschlossenen Vorstellung zog man den Gardelegenern früh den Zahn. Nach einer sehr guten ersten Halbzeit, in der man schon hätte führen müssen, plätscherte das Spiel im zweiten Abschnitt ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin. Nachdem man die größte Chance der Gardelegener überstanden hatte, antwortete der FSV letztlich verdientermaßen mit dem Siegtor durch Adrian Blümner.

 

FSV Havelberg: Mathias Bauz, Gieseler, T. Leppin, Döring (90. Gennermann), Bröker, S. Leppin (65. Swiderski), Hochmüller, Blümner, Liebsch, Seidel, Betker (75. Möbius)

 

Torfolge: 1:0 Blümner (90+1)

 

 

In der nächsten Woche ist man auswärts beim SV Heide Jävenitz zu Gast. Dies ist auch gleichbedeutend mit dem letzten Hinrundenspiel bzw. dem letzten Spiel im Jahr 2016. Hoffen wir also auf einen versöhnlichen Jahresabschluss beim Tabellenelften.

Die Reserve des FSV ist um 13:00 Uhr zu Gast bei der Reserve von Saxonia Tangermünde.