18. Juni 2014
  • 26. Spieltag Altmark-Wendland Liga
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SG Rochau/Arneburg – FSV Havelberg: 3:3 (3:1)

 

FSV belohnt die eigene Leistung

 

Rochau/Havelberg (jl). Nicht etwa das Lindenfest lockte die Havelberger Fussballfrauen am Sonntagnachmittag nach Rochau sondern das letzte Punktspiel der Altmark-Wendlandliga. Bereits vor dem Spiel war der siebente Tabellenplatz sicher für den FSV und ein Höherklettern in der Rangliste unmöglich, was vermeintlich für Entspannung auf dem Platz sorgen sollte. Doch es sollte ganz anders kommen...

 

Eine beeindruckende Zuschauerkulisse, Anmoderationen des DJs und herrlicher Sonnschein bescherten feierliche Rahmenbedingungen für ein Abschlussspiel und beflügelten ganz offensichtlich die Hausherrinnen. Ihren Siegeswillen bekamen die Gäste von der anderen Elbseite schnell und schmerzlich zu spüren, denn nach nur 29 gespielten Minuten musste Torwart Lüpke drei mal (14.,17., 29.) hinter sich greifen. Aus der Ent- wurde massive Anspannung in den Havelberger Reihen, denn trotz des für die Tabelle unbedeutenden Spielausgangs wollte man absolut nicht als Verlierer den Rasen verlassen. Motiviert von dem unerwarteten Rückstand gewann das blau-weiße Spiel zum Ende der ersten Halbzeit an Druck in Richtung des gegnerischen Tores. Der Anschlusstreffer der flinken Fabienne Hamel war die Belohnung dafür. Mit dem satten Schuss von der Strafraumgrenze über die Torwärtin hinweg sollte eine grandiose Aufholjagd beginnen...

 

Einige Minuten zur Besinnung und klare Worte des Trainers sorgten für klare Köpfe der Domstädterinnen. Hätten sie vor einem Jahr noch,  gezeichnet durch so einen klaren Vorsprung des Gegners, den Mut verloren und deswegen wahrscheinlich noch einmal so viele Gegentore kassiert, so war von Aufgeben und Hinnehmen an diesem Tag, beispielhaft für die gesamte Saison, keine Spur! Selbst drei Flitzer, Kameraden der FFW, die um die Aufmerksamkeit der Frauen rangen, ein Rochauer Elfmeter, der Lüpkes Gehäuse verfehlte und ein Kleinkind, das sich aufs Spielfeld verirrte, brachte die Havelberger Chicas kein bisschen aus der Fassung. Sie verirrten sich nämlich nicht, wandelten Anspannung zu Höchstspannung für die Zuschauer um und zogen deren ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich, als sie das Geschehen auf dem Platz in ihre Hand nahmen und nicht mehr hergaben. Spätestens mit dem Treffer der Sturmspitze Charleene Krumm (62.) war ihr Kampfgeist nicht mehr zu übersehen und der Drang auf den Ausgleich größer und größer. In der letzten Spielminute waren sie dann ihres eigenen Glückes Schmied! Von einer aussichtsreichen Freistoßposition brachte Josepha Wagner den Ball vor den Kasten, den Janine Gelewski per Kopf zum Remis in die Maschen leitete.

 

"Absolut verdient" resümierte das zufriedene Trainerduo Döbelin/Schröder nach Abpfiff. "Auf diese Leistung können die Frauen für die kommende Saison gut aufbauen." Für die nun beendete Saison hatte das Spiel in Rochau Symbolkraft. Nachdem man anfangs einfach nicht schnell genug aus den Startlöchern kam, hatte sich die Mannschaft gefangen, ihr Potential abgerufen und mit erhobenen Köpfen gekämpft bis zum Schluss. 

 

Torfolge: 1:0 (14`), 2:0 (17`), 3:0 (29`), 3:1 Fabienne Hamel (37`), 3:2 Charleene Krumm (62`), 3:3 Janine Gelewski (90`)

 

FSV: Siw Lüpke – Carolin Schulze, Fränze Malzahn, Annegreth Fritze, Franziska Schröder – Tina Rollenhagen, Anne-Katrin Glaser – Judith Liban, Janine Gelewski, Fabienne Hamel – Charleene Krumm (Josepha Wagner, Peggy Prehm)

 

 

 

 

 unteres Bild:

Nadja Walczak (links), hier gegen Havelbergs Tina Rollenhagen,
machte eine auffällige Partie für Rochau/Arneburg. Foto: Uwe Meyer

(Quelle: Volksstimme 16.06.2014)

 


Kommentare

  1. Bauze
    , 19.06.14

    Rochau (ume) ● In der Frauenfußball Altmark-Wendland-Liga hat es zwischen der SG Rochau/Arneburg und dem FSV Havelberg ein 3:3 gegeben.
    Die Startphase gehörte klar den Gastgeberinnen. Einen Schuss von Nadja Walczak ließ Havelbergs Torfrau Siw Lüpke fast durchrutschen. Die Kugel sprang an den Pfosten und von da der Keeperin in die Arme. Die sehr agile Nadja Walczak war auch Ausgangspunkt des Führungstreffers Für die SG. Die Vorarbeit verwertete Stephanie Rittermann nach 14 Minuten zum 1:0. Zwei Minute später stand Rittermann erneut goldrichtig. Diesmal hatte Danila Riep von Außen reingepasst, sodass sie nur den Fuß hinhalten brauchte. Von den Gästen gab es eine halbe Stunde nichts zu sehen.

    Die erste Möglichkeit des FSV entstand nach einer Ecke, die sich das Heimteam fast ins eigene Netz gelegt hätte. Nach 28 Minuten hieß es 3:0. Ein Mißverständnis zwischen Janine Gelewski und Torfrau Lüpke nutzte Danila Riep. Nach diesem Gegentreffer war Havelberg plötzlich wach. Mit einem satten Schuss in den Winkel markierte Fabienne Hamel das 1:3 aus Gästesicht. Nun kamen die Gastgeberinnen ins Schwitzen. Hamel scheiterte mit dem nächsten Angriff an Torfrau Saskia Kleinecke. Und eine weitere Minute später vergab Josepha Wagner die nächste Gelegenheit.

    So blieb es erstmal bei der 3:1-Pausenführung für die Spielgemeinschaft. Der zweite Abschnitt begann sehr zäh. So gab es erstmal Unterhaltung anderer Art. Schiedsrichter Maik Sturm musste zweimal unterbrechen. Zunächst lief ein Kind auf den Platz. Anschließend machten sich abrückende Feuerwehrleute einen Spaß und flitzten über den Rochauer Sportplatz. Nach einer Stunde gab es den nächsten Aufreger im Spiel. Nadja Walczak wurde von ihrer Havelberger Gegenspielerin regelrecht umgefällt. Folgerichtig zeigte Schiri Sturm auf den Punkt. Kathrin Dümichen packte sich die Kugel zurecht und schoss sie am Torwinkel vorbei.

    Mit zunehmender Spielzeit bekam Havelberg immer mehr Oberwasser. Verhinderte Saskia Kleinecke noch bei einem Schuss von Fabienne Hamel den Anschluss, war sie kurze Zeit später völlig machtlos. Charleene Krumm zog aus gut 20 Metern flach ab. Das Spielobjekt zischte kurz über der Grasnarbe in die untere linke Eck. Im Schlussgang wurden die letzten Kräfte mobilisiert. Doreen Nilson vergab für die Heimelf die mögliche Entscheidung. Auf der Gegenseite verfehlte Josepha Wagner nur knapp das Tor.

    In den letzten fünf Minuten riskierte Havelberg alles. Saskia Kleinecke hielt stark gegen Fabienne Hamel. Doch mit der letzten Aktion fiel der verdiente Ausgleichstreffer. Einen Freistoß von Josepha Wagner vollendete Janine Gelewski per leichter Kopfb allberührung zum 3:3.

    Rochau/Arneburg: Kleinecke - Schulz, Liebrecht, Rählert, Nilson, Richter, Rittermann, Riep, Dümichen, Altmann, Walczak, (Hundt, Helmke, Pohlers)
    Havelberg: Lüpke - Fritze, Schröder, Mahlzahn, Schulze, Glaser, Rollenhagen, Gelewski, Hamel, Liban, Krumm, (Wagner, Prehm).
    Torfolge: 1:0, 2:0 Stephanie Rittermann (14., 16.), 3:0 Danila Riep (28.), 3:1 Fabienne Hamel (30.), 3:2 Charleene Krumm (67.), 3:3 Janine Gelewski (89.).
    Besonderes Vorkommnis: Kathrin Dümichen (SG) schießt Elfmeter am Tor vorbei.

    Quelle: Volksstimme vom 16. Juni 2014