Männer
19. Mai 2014
  • 27.Spieltag Landesklasse 2013/14

SV Viktoria Uenglingen : FSV Havelberg 0:6 (0:1)

 

Havelberger entern den Talkessel

 

Uenglingen.Es hat Seltenheitswert, dass eine Havelberger Mannschaft in derartiger Art und Weise im Uenglinger Talkessel auftrumpft und die gestandene dazu heimstarke Viktoria aus dem Stadion fegt. Gut, das 6:0 fällt am Ende ein wenig zu hoch aus, aber die Tore muß man gegen eine Mannschaft, die noch um den Klassenverbleib bangen muß, auch erst einmal machen und dafür kann man schonmal den Hut ziehen.

Dabei sah das Ganze zunächst nach einer zähen Kiste aus. Man merkte der Ahrendtelf an, dass sie in der Pflicht stand. Kämpferisch legte sie alles in die Waagschale, beim FSV ließ es der ein oder andere einfach einen Tick lockerer angehen und so war dann doch ein bisschen Glück dabei, dass dem FSV noch vor der Pause das 1:0 gelang, was sich im Nachgang jedoch als Korkenzieher für diese Partie entpuppten sollte.

 

Trotzdem begann das Spiel für den FSV sehr verheißungsvoll und wenn der Linienrichter richtigerweise seine Fahne unten gelassen hätte, Benjamin Döring wäre nach einem Zuckerpass von David Stamer auf und davon gewesen. Zwei Minuten waren da gerade von der Uhr. Nach sechs Minuten ließen die Domstädter den Gastgeber gewähren und Herper im FSV Tor mußte sich gegen Huch schon ganz breit machen, um den Einschlag zu verhindern.

Eine Flanke von Stamer, die zum Torschuß wurde, pflückte Obst nach zehn Spielminuten locker herunter und in der 12.Minute war erneut Patrick Huch in Richtung Herper Tor unterwegs, schob das Spielgerät aber am langen Pfosten vorbei. Nach 17 Minuten machten es die Talkesselkicker um Haaresbreite selbst, als ein Freistoß von Dreisow gefährlich auf das eigene Tor abgefälscht wurde. Das schien auch völlig zur Uenglinger Situation zu passen.

In der Folge hatte der FSV die Partie nun im Griff, wurde jedoch durch fehlende Laufbereitschaft nicht wirklich zwingend. Freistöße von Döring (21.) und Dreisow (23.) waren weder Fisch noch Fleisch. In der 25.Minute hatte Toni Leppin Dörig herrlich freigespielt, doch Havelbergs Linksaußen drosch die Kugel weit über das Tor. Dann waren bei einem Drehschuß von Markus Bröker zu viele Uenglinger Beine dazwischen (27.) und auch in der 29.Minute wurde Havelbergs Sturmspitze nach einem langen Ball von Rateitschak abgeblockt.

Erst nach einer halben Stunde gab es dann auch mal wieder ein Lebenszeichen der Gastgeber. Der Freistoß landete aber lediglich in der Mauer und war so auch keine Gefahr für das FSV Tor. Auf der anderen Seite war Benjamin Döring durchmarschiert, blieb aber gegen Obst nur zweiter Sieger (33.).

Drei Zeigerumdrehungen später hatte Sven Leppin aufgepasst, fing einen schlampigen Pass ab, startete umgehend Richtung Tor und legte schließlich gut getimt auf Markus Bröker quer, der den Ball nur noch über die Linie zu schieben brauchte - 0:1 (36.). Nachdem dann Döring in der 42.Minute erneut an Ulrich Obst gescheitert war, pfiff Schiri Petzke zur Pause.

 

Der FSV sollte und wollte nun mit mehr Laufaufwand zeitnah den Sack zu binden, aber es waren die Uenginger, die wacher aus der Kabine gekommen waren. Keine 60 Sekunden waren von der Uhr, als Huch Herper mit einem Pfund prüfte, der aber mit den Fäusten Sieger blieb. Und auch die nächste Chance hatte der Tabellendreizehnte, bei dem aber die Nerven blank lagen, denn die gute Möglichkeit wurde kläglichst vergeben (48.).

Ab der 50.Minute war dann wieder der FSV Herr der Lage. Nach einem Fehlversuch von Toni Leppin (52.) hatte David Stamer Bröker geschickt. Obst ging etwas zu ungestühm drauf und am Ende ertönte der Strafstoßpfiff. Benjamin Döring verwertete souverän zum 2:0 (54.) und scheiterte wenig später mit einem Freistoßknaller doch noch einmal an Obst.

Die Havelberger wurden in der Folge immer dominanter, vielleicht auch, weil sich inzwischen Frust im Uenglinger Lager breit machte. Der nächste Treffer war eigentlich nur eine Frage der Zeit und nach viel Gestochere im Uenglinger Strafraum tankte sich in der 63.Minute Thoralf Gennermann einfach mal an die Strafarumgrenze, zog trocken ab und versenkte den Ball zum 3:0 im Toreck.

Der Drops war nun längst gelutscht, aber die Domstädter hatten noch nicht genug. Zunächst kam mit Domenico Schluricke für Döring noch ein frischer Spieler aufs Feld, der sich in der Folge auch mit gleich drei Assists auszeichnen konnte und als dann auch Hochmüller für Liebsch kam, taktisch auf zwei Angreifer umgestellt wurde, war der Untergang der Viktoria besiegelt. In der 73. Minute (S.Leppin) und in der 75.Minute (Bröker) vergab der FSV nach Vorarbeit von Schluricke noch zwei Hochkaräter. In der 78.Minute war das 4:0 jedoch eingetütet. Der agile Dreisow hatte Schluricke auf die Reise geschickt. Der bedient schließlich Markus Bröker und der machte seine 20.Bude ohne große Mühe.

Danach nahmen noch Daniel Rateitschak (80.), Kevin Hochmüller (81.), Mario Gieseler (83.) und Thoams Dreisow (84.) das Obsttor ohne Zählbares ins Viesier. Dann kam der Auftritt von Toni Leppin, der in der 85.Spielminute einen herrlichen Spielzug über Schluricke mit dem 5:0 abschloss.

Vom Anstoß weg hatte auf der anderen Seite Alex Gerth noch die Chance, den Ehrentreffer zu markieren, aber selbst das blieb der Viktoria versagt. Der Ball landete über dem Tor (87.), aber auch Sven Leppin blieb im Gegenzug an Obst hängen. Doch dann hatte ihn Domenico Schluricke gut getimt steil geschickt und mit dem 6:0 in der 89.Minute setzte er dann auch den Schlußpunkt.